Bildungsurlaub gilt auch für Yogakurs

Berliner Gericht urteilt

Man lernt nie aus. Das gilt auch für den Job. Deshalb ist Bildungsurlaub für viele Arbeitnehmer zu Weiterbildungsmaßnahmen selbstverständlich. Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg hat jetzt einem Arbeitnehmer Recht gegeben, dass auch ein Yogakurs an der Volkshochschule eine Weiterbildungsmaßnahme ist.

Die Begründung der Richter

Die Richter berufen sich auf das Berliner Bildungsurlaubsgesetz. Der Yogakurs könne die Anpassungsfähigkeit und Selbstbehauptung fördern, urteilte das Gericht.

Laut Gesetz muss ein Bildungsurlaub entweder der politischen Bildung oder der beruflichen Weiterbildung dienen. Vor allem letzterer Punkt sei ein dehnbarer Begriff. Das Gericht argumentiert, dass in dem „fortwährenden und sich beschleunigenden technischen und sozialen Wandels“ die Anpassungsfähigkeit und Selbstbehauptung durch den Besuch eines Yogakurses gefördert werde.

Bildungsurlaub ist Ländersache

Das Gesetz für Bildungsurlaub ist bundesweit nicht einheitlich. So haben Arbeitnehmer in Bayern und Sachsen keinen Anspruch auf Bildungsurlaub. Meist können Erwerbstätige aber einen bezahlten Sonderurlaub für bis zu fünf Tagen jährlich beantragen. Doch auch die Dauer unterscheidet sich in den verschiedenen Bundesländern voneinander. Auch gibt es keine einheitlichen Regelungen, welche Angebote als Weiterbildungsmaßnahme anerkannt werden. Weiter ist nicht bundesweit geregelt, wer mit Ausnahme von Bayern und Sachsen überhaupt Anspruch auf Bildungsurlaub ab.

Doch auch Weiterbildungsmaßnahmen für ehrenamtliche Tätigkeiten können genehmigt werden, so beispielsweise in Baden-Württemberg. Häufig sind in den Landesgesetzen auch eine Höchstanzahl an Bildungsurlaubstagen festgesetzt. Ist diese erreicht, darf der Arbeitgeber den Antrag ablehnen. In manchen Bundesländern dürfen Arbeitnehmer auch erst nach einer bestimmten Betriebszugehörigkeit einen Antrag stellen. Meistens sind das sechs Monate, im Saarland und Baden-Württemberg sogar ein Jahr.