Unternehmenskultur im Bewerbungsprozess entscheidend

Employer Branding hat noch Verbesserungspotenzial

Ob sich ein potenzieller Arbeitnehmer für oder gegen ein Unternehmen entscheidet, beginnt schon im Bewerbungsprozess. Bewerber wünschen sich authentische Arbeitgeber.

Laut den Studien des Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) aus den Jahren 2018 und 2019 haben sich die befragten Unternehmen in puncto Employer Branding von der Schulnote „ausreichend“ auf ein „befriedigend“ verbessert.

Die Arbeitgebermarke wird zunehmend wichtiger, wie die Studie bestätigt. Studienleiter Prof. Dr. Tim Weitzel bestätigt, dass sich Kandidaten nicht mehr bei Unternehmen bewerben, sondern umgekehrt. Über 74 Prozent der Befragten gaben an, dass die Anforderungen an eine Vakanz gestiegen seien. Grund sei die große Auswahl an offenen Stellen für Arbeitsuchende.

Ein gelungenes Employer Branding im Bewerbungsprozess kann dabei schon ausschlaggebend dafür sein, ob sich ein Kandidat bewirbt. So gaben über 68 Prozent der Studienteilnehmer an, schon einmal keine Bewerbung abgeschickt zu haben, weil ein Unternehmen die Employer-Branding-Versprechen nicht eingehalten hat. Ein weiterer wichtige Aspekt spielt dabei der Austausch unter Jobsuchenden: So geben fast 90 Prozent der Befragten ihre positiven und über 83 Prozent die negativen Erfahrungen weiter.

Employer Branding hört nicht nach dem Bewerbungsprozess auf

Doch auch beim ersten Arbeitstag sollten Unternehmen nicht die Wertschätzung vernachlässigen. 75 Prozent der Befragten gaben an, dass diese am wichtigsten sei. Auch eine gute Einarbeitung und das Kennenlernen des Unternehmens stehen mit jeweils knapp 70 Prozent ganz oben der Prioritätenliste.

Doch hier haben Unternehmen noch Nachholbedarf, wie die Studie zeigt. So gab die Mehrheit der Teilnehmer an, dass Arbeitgeber unvorbereitet seien, unsympathische Kollegen und Unpünktlichkeit den Einstieg in den neuen Job trüben sowie Unternehmen, die keine Zeit für die neuen Kollegen haben.

Die Unternehmenskultur spielt damit laut der Studie von der Bewerbung bis zum ersten Arbeitstag (und darüber hinaus) eine entscheidende Rolle, ob ein Kandidat die Stelle annimmt.

Für die Studie wurden 1000 Unternehmen und die 300 größten IT-Unternehmen in Deutschland befragt. Die Ergebnisse wurden mit den Angaben von 3.300 Bewerbern gegenübergestellt.