Paypal entlässt in Berlin 300 Mitarbeiter

Trotz Gewinnsteigerung im ersten Quartal

Der Zahlungsdienstleister Paypal entlässt überraschend am Standort im Berliner Stadtteil Wilmersdorf 87 Prozent der Belegschaft. Damit könnte die Anzahl der Mitarbeiter von 355 auf 46 sinken.

Die Gewerkschaft Verdi zeigte sich überrascht von dem Stellenabbau, da die Unternehmensergebnisse in den vergangenen Jahren hervorragend gewesen seien. Demnach lag der Gewinn im ersten Quartal bei 667 Millionen Dollar – eine Steigerung um 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Paypal spricht von „Umstrukturierung“

Weitere aktuelle wirtschaftliche Zahlen lege die ehemalige Ebay-Tochter bislang nicht offen.
Das Unternehmen sprach lediglich von einer Umstrukturierung in Berlin. Dabei sollen die Arbeitsaufgaben der Mitarbeiter an andere Standorte oder externe Partner ausgelagert werden. Doch der Grund für diese Maßnahmen ist bislang unklar.

Von den Plänen habe Paypal die Gewerkschaft vergangene Woche in Kenntnis gesetzt. Der Betriebsrat setzt sich derweil dafür ein, möglichst viele Arbeitsplätze in Berlin zu halten, so Anselm Mathes (Betriebsratsvorsitzender).
In Wilmersdorf betreuen die Paypal-Mitarbeiter Händler und Kunden. Die genauen Auswirkungen auf die einzelnen Mitarbeiter und Teams sind nicht bekannt. In einer Stellungnahme heißt es dazu: „Dieser Vorschlag unterliegt der Mitbestimmung durch den Betriebsrat am Standort Berlin Wilmersdorf.“

Auch Standort in Brandenburg betroffen?

Das Unternehmen wolle gemeinsam mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich und Sozialplan sprechen.
Nach einem Bericht der Berliner Morgenpost sollen auch weitere Standorte betroffen sein, so etwa in Dreilinden in Brandenburg. Dort sitzt ebenfalls der Onlinemarktplatz Anbieter Ebay, zu dem Paypal bis 2015 gehörte.

Seitdem werden die Mitarbeiter am Standort Dreilinden nicht mehr durch den Betriebsrat unterstützt. Sollte es also auch hier zu Stellenstreichungen kommen, gibt es für die Angestellten keine Interessenvertretung durch den Betriebsrat.