Zahl der Teilzeit-Beschäftigten weiter hoch

Studie der Hans-Böckler-Stiftung

Nach einer aktuellen Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institutes (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung arbeitet rund ein Fünftel der Arbeitnehmer zwischen 15 und 64 Jahren in Teilzeit, Minijobs oder befristeten Verträgen.

Das Ergebnis beruht auf den derzeit aktuellsten Zahlen aus dem Jahr 2017. Zu den sogenannten atypisch Beschäftigten zählen keine Azubis, Ferienjobber oder Wehrdienstleistende.

BDA: Chance für Berufseinstieg

Nach den aktuellen Zahlen arbeiten vor allem Frauen nicht in Vollzeit, da sie häufig auch die Kindererziehung mit übernehmen. Jede dritte Frau ist demnach atypisch beschäftigt. Zum Vergleich: bei Männern ist es nur jeder Zehnte.
Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) sieht Teilzeit- und Minijobs aber auch als Chance für gering Qualifizierte und Langzeitarbeitslose langfristig eine Jobperspektive zu bekommen und den Einstieg in den Beruf zu schaffen.

Berufsanfänger häufig nur befristet angestellt

Doch es gibt nicht nur bei den Geschlechtern Unterschiede, sondern auch in der Region. So ist beispielsweise in Brandenburg mit 14 Prozent atypisch Beschäftigten die Zahl in Deutschland am geringsten, in Bremen mit 26,2 Prozent am höchsten. Insgesamt ist die Zahl in den Ost-Bundesländern niedriger als im westlichen Teil der Republik. Das WSI sieht vor allem die gute Kinderbetreuung im Osten als Grund dafür, dass Frauen bessere Möglichkeiten haben in Vollzeit zu arbeiten.

Außerdem sind besonders Berufsanfänger von befristeten Anstellungsverhältnissen betroffen. Unter den 15- bis 24-Jährigen sind es knapp 30 Prozent.