Thyssenkrupp streicht 6.000 Stellen

Stellenabbau wird innerhalb der nächsten drei Jahre umgesetzt

Thyssenkrupp hat in Folge der geplatzten Stahlfusion laut Unternehmensangaben eine Grundlagenvereinbarung mit der IG Metall getroffen. Insgesamt sollen 6.000 Arbeitsplätze abgebaut werden – 4.000 davon in Deutschland. Der Industriekonzern versichert in dem Vertrag, betriebsbedingte Kündigungen soweit es geht zu vermeiden. Dies gab Oliver Burkhard, Personalvorstand bei Thyssenkrupp, bekannt.

Demnach werden Kündigungen zwar nicht ausgeschlossen, seien jedoch die letzte Möglichkeit. Der Stellenabbau soll innerhalb von drei Jahren umgesetzt werden. Durch das Scheitern der Fusion mit Tata Steel haben auch die weitreichenden Beschäftigungsgarantien, die IG Metall mit Thyssenkrupp vereinbarte, keine Gültigkeit.

Umbau unvermeidbar

Für die Gewerkschaft halte die Vereinbarung die Mindeststandards für den fairen Umgang mit Beschäftigten ein: „Die roten Linien sind gezogen“, so Markus Grolms, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzende der IG Metall. Der Umbau von Thyssenkrupp sei „leider unvermeidbar“ und „ein schwerer, aber leider notwendiger Weg für das Unternehmen und die Beschäftigten“.

Die Arbeitnehmer seien „bereit, dafür Schmerzen zu ertragen, aber nicht um Aktionäre mit Sonderdividenden zu beglücken“. Damit spielt Grolms auf den geplanten Börsengang der Aufzugssparte des Konzerns an, den Vorstandschef Guido Kerkhoff realisieren will. Die Einnahmen daraus sollten „eingesetzt werden, um die Probleme in den anderen Geschäftsbereichen zu lösen“. Thyssenkrupp soll jedoch weiter Mehrheitsaktionär bleiben.

Radikaler Strategiewechsel

Thyssenkrupp verfolgt aktuell einen radikalen Strategiewechsel: Am Freitag wurde die geplante Aufspaltung in zwei eigenständige Unternehmen abgebrochen. Zudem wurde die Fusion mit der indischen Konkurrent Tata Steel abgesagt. Die Genehmigung der Fusion durch die EU-Kommission sei unwahrscheinlich, kommentierte Kerkhoff die Entscheidung.

Die Zustimmung des Aufsichtsrats für die Pläne Kerkhoffs steht noch aus. Bei der Sitzung am 21. Mai soll darüber abgestimmt werden. Laut Kerkhoff stehe der Aufsichtsrat, in dem die Krupp-Stiftung und der schwedische Investor Cevian über die größten Aktienpakete verfügen, hinter seiner Entscheidung. Auch Martina Merz, Vorsitzende des Aufsichtsrats sowie des Strategie- und Investitionsausschusses, bezeichnete die Pläne des Vorstands als verantwortungsvoll.

Die Börse zeigte ebenfalls eine positive Reaktion auf die Entwicklungen: Der Aktienkurs stieg über ein Viertel um 28 Prozent.