FDP will Steuerklassen III und V abschaffen

Ehegattensplitting demotiviere vor allem Frauen

Die Liberalen um den Bundesvorsitzenden Christian Lindner fordern die Abschaffung der Steuerklassen III und V. Das hat die Partei Ende April auf ihrem Bundesparteitag in Berlin beschlossen. Dafür will die FDP einen entsprechenden Antrag stellen.

Ziel der Partei ist es, dadurch für Frauen attraktiver zu werden sowie Selbstbestimmung und Vielfalt zu fördern. Gegenüber dem Handelsblatt zeigte sich Bundesinnungsmeister des Gebäudereinigerhandwerks Thomas Dietrich erfreut: „Der Antrag der FDP ist nicht nur steuerpolitisch, vor allem ist er gesellschaftspolitisch überfällig.“

FDP fordert Reformation des Steuersystems

Die Steuerklassen III und V wurden eingeführt, um Ehepaaren von Steuern zu entlasten. Dafür geht der besserverdienende Partner, heutzutage noch meistens Männer, in die Steuerklasse III. In dieser zahlt er weniger Steuern, als der weniger verdienende Partner, der in Steuerklasse V geht.

Häufig wird an diesem System kritisiert, dass es dadurch weniger Anreize gibt für Frauen erwerbstätig zu sein bzw. höher bezahlte Jobs anzunehmen. Das sieht auch die stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP Katja Suding so.
Um dem entgegenzuwirken, fordert die Partei flexible Modelle. Derzeit wirke das Steuerrecht wie eine Beschäftigungsbremse. Vor allem in Zeiten des Fachkräftemangels ein falscher Ansatz, argumentiert die Partei.

Bislang lehnt die Große Koalition eine Abschaffung des Ehegattensplittings aber ab.