Arbeitskosten höher als im EU-Durchschnitt

So teuer ist eine Arbeitsstunde in Deutschland

Das Statistische Bundesamt hat aktuellen Zahlen zu den Arbeitskosten in der EU veröffentlicht. Mit im Schnitt 35 Euro pro Arbeitsstunden liegt Deutschland damit auf Platz sechs im Vergleich zu anderen EU-Ländern. Damit kostet eine Arbeitsstunde in Deutschland zehn Euro mehr, als im EU-Durchschnitt (26,60 Euro).

Arbeitskosten in der Industrie besonders hoch

Spitzenreiter ist Dänemark mit 44,70 Euro. Schlusslicht bildet Bulgarien mit 5,30 Euro pro Stunde. In den Zahlen aus 2018 sind sowohl Industrie als auch wirtschaftliche Dienstleistungen inbegriffen. Der öffentliche Dienst wurde ausgenommen.

Vor allem in der Industrie sind die Arbeitskosten hoch. Hier liegt Deutschland EU-weit auf Platz 4 (40 Euro). Damit ist eine Arbeitsstunde in der deutschen Industrie rund 48 Prozent teurer, als in anderen EU-Ländern (27 Euro). Am teuersten ist auch in diesem Sektor Dänemark mit über 45 Euro.

In den letzten 15 Jahren haben sich in der Europäischen Union die Unterschiede für Arbeitskosten weiter angenähert. 2018 lagen diese nur noch um das Vierfache höher, verglichen mit der Spitzengruppe und den aufholenden Ländern. 2004 war es noch das Achtfache.

Lohnnebenkosten im Mittelfeld

Unter Arbeitskosten wird der Bruttoverdienst und die Lohnnebenkosten summiert. 2018 zahlten Arbeitgeber beispielsweise bei 100 Euro Bruttoverdienst zusätzlich 27 Euro Lohnnebenkosten. Hier beträgt der EU-Durchschnitt 30 Euro. Am höchsten sind die Kosten in Schweden (48 Euro auf 100 Euro Lohn), am niedrigsten in Malta (8 Euro auf 100 Euro Lohn).

Vor wenigen Wochen veröffentlichte die Industrieländerorganisation OECD ihren Taxing Wages Bericht. Demnach bleiben Arbeitnehmern in Deutschland besonders wenig Netto vom Brutto. Grund sind die hohen Abgaben. Die OECD fordert daher schon länger von der Politik, das Arbeitseinkommen weniger zu versteuern als bisher. Dafür könnten Einkünfte aus Kapital, Eigentum und Erbschaften höher besteuert werden.