Gerry Weber will Personalkosten senken

Angestellte verzichten auf Weihnachts- und Urlaubsgeld

Der insolvente Modehersteller Gerry Weber aus Halle will nach einem Bericht des Westfalen Blatts Personalkosten einsparen. Die Zeitung beruft sich auf eine Einigung zwischen Arbeitnehmervertretern und der Konzernleitung. Konkret sollen deutschlandweit bis Ende 2019 120 von rund 450 Filialen die Türen schließen. Damit fällt die Anzahl der geschlossenen Filialen niedriger aus, als zunächst erwartet. Ursprünglich war die Rede von 230 Standorten und dem Abbau von 900 Mitarbeitern.

10 Millionen Euro Personalkosten sollen eingespart werden

Insgesamt sollen über 450 Vollzeitstellen wegfallen. Davon entfallen über 30 Prozent auf die Verwaltung, wo derzeit 800 Mitarbeiter beschäftigt sind. Das Blatt berichtet weiter, dass sich dadurch die Personalkosten um über zehn Millionen Euro jährlich reduzieren sollen. Das werde unteranderem auch durch die Schließung von 60 Filialen europaweit erreicht. International betreibt Gerry Weber 300 Läden. Auch durch die Schließung im Ausland fallen weitere Stellen weg.

Firmen, die sich in einer Insolvenz in Eigenverwaltung befinden, können Arbeitsverträge mit einer Frist von drei Monaten kündigen. Das ist bei Gerry Weber der Fall. Insgesamt sollen Abfindungen in Höhe von drei Millionen Euro gezahlt werden. Zudem soll eine Transfergesellschaft etabliert werden, in der die betroffenen Mitarbeiter weiterqualifiziert und vermittelt werden sollen.

Die Mitarbeiter, die nach Tarif bezahlt werden, müssen sich aber auf finanzielle Einschränkungen einstellen. So soll dieses Jahr weder Urlaubs- noch Weihnachtsgeld gezahlt werden. Ab 2020 soll dies sukzessiv wieder gezahlt werden.

Investor kann Hallhuber Anteile noch im Mai übernehmen

Bis Ostern sollen noch interessierte Käufer ein Angebot für den Modehersteller abgeben können. Bis zum Sommer soll dann Klarheit herrschen, ob Gerry Weber durch einen Investor oder durch einen Insolvenzplan gerettet werden kann.
Die Tochter-Firma Hallhuber ist derweil bei diesen Plänen außen vor. Der Finanzinvestor Robus kann eine Kaufoption für seine Anteile ziehen. Vermutlich kann dies im Mai schon der Fall sein. Robus könnte dann über 80 Prozent der Anteile erhalten und das weitere Vorgehen bestimmen.